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Geschichte

Steuergeschichtliches aus Ansbach

Vom Königlich Bayerischen Rentamt von 1808 zum Neubau des Finanzamtes

Zur Zeit des letzten Markgrafen von Ansbach und Bayreuth (1751 - 1791) erscheint für die Steuererhebung der Begriff Renteikasse, bzw. der einer Unter- und Obereinnehmerei. Man kannte als Hauptsteuer die Vermögensteuer in Höhe von 1 % des Gesamtwertes des beweglichen und unbeweglichen Vermögens.

Der preußische Minister von Hardenberg beließ das markgräfliche Steuersystem. Unterste Steuerinstanz war das Kammeramt.

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Durch die Verordnung vom 19.08.1808 führte Montgelas eine Neuorganisation der Steuerbehörden durch und schuf im Rezatkreis (ab 1837 Mittelfranken) 14 Rentämter: neben Ansbach in Colmberg, Dinkelsbühl, Feuchtwangen, Gunzenhausen, Herrieden, Rothenburg, Scheinfeld, Uffenheim, Wassertrüdingen und Windsbach. Bis 1810 gehörten die Rentämter Crailsheim, Steft und Gerhardsbronn ebenfalls zum Rezatkreis. Das erste Ansbacher Rentamt, das mit einem Rentbeamten und einem Gehilfen besetzt war, befand sich in der heutigen Kannenstraße 3.

1885 wurde das Rentamt Ansbach in die Jägerkaserne in der Bischof - Meiser - Straße verlegt.

Im Rahmen der Reichsfinanzverwaltung (Gesetz vom 01.10.1919) schuf der damalige Reichsfinanzminister Erzberger neben 16 wichtigen Reformgesetzen (u. a. für Umsatz-, Einkommen-, Körperschaft-, Erbschaft- und Grunderwerbsteuer) eine Neugliederung der Steuerbehörden: es entstand das Finanzamt. Viele Rentämter wurden dabei zusammengefasst. Außer in Ansbach beließ man in Dinkelsbühl, Gunzenhausen, Rothenburg und Uffenheim Steuerämter. 1927 errichtete die Reichsfinanzverwaltung in der Dürrnerstraße 2 ein neues Finanzamtsgebäude, das auch nach dem Aufbau der föderativen Finanzverwaltung als örtliche Landesbehörde für die Verwaltung der Steuern weiterdiente.

Nach der Gebietsreform im Jahr 1973 wurde die Planung, auf einem Gelände von rund 11.000 qm einen Neubau für Finanzamt und Vermessungsamt zu errichten, abgeschlossen.

Der Baubeginn erfolgte 1976. Im November 1978 war der Hochbau an der Mozartstraße fertiggestellt. Die veranschlagten Baukosten von 18 Millionen wurden um 3 Millionen unterschritten.

Außenstelle Dinkelsbühl

Die Außenstelle Dinkelsbühl ist in den Räumen des ehemaligen Deutschordensschlosses untergebracht. Dieser große Bau wurde von 1761-1764 vom Ellinger Ordensbaumeister Matthias Binder errichtet.

Bereits im Jahr 1808 befand sich hier das Königlich Bayerische Rentamt Dinkelsbühl.

Die Bezeichnung Rentamt blieb bis zum Jahre 1920. Das Amt unterstand der Regierung von Mittelfranken, Kammer der Finanzen, in Ansbach. Das Rentamt verwaltete in dieser Zeit auch Aufgaben des Reiches.

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Mit dem Übergang der Finanzverwaltung auf das Reich im Jahr 1920 wurde das Amt zu einer Reichsbehörde, die auch Landesaufgaben verwaltete. Die Bezeichnung wurde in Finanzamt geändert.

Das Finanzamt Dinkelsbühl war eines von vielen kleineren Finanzämtern, deren Zahl besonders in Bayern sehr groß war. Mit Wirkung vom 01. August 1943 wurde der Bezirk des Finanzamts Feuchtwangen mit dem des Finanzamts Dinkelsbühl vereinigt.

Im Zuge der Gebietsreform 1973 wurde das Finanzamt Dinkelsbühl dem Finanzamt Ansbach als Außenstelle angegliedert.

Im Jahr 2003 wurde die Außenstelle optimiert und damit verschiedene Aufgabenbereiche nach Ansbach verlagert. In Dinkelsbühl befinden sich noch ein Servicezentrum, zwei Arbeitnehmerstellen, drei Allgemeine Veranlagungsstellen, zwei Bewertungsstellen sowie zwei Rechtsbehelfsstellen.

Außenstelle Rothenburg ob der Tauber

Am 20.04.1805 wurden in den Räumen des alten Dominikanerinnenklosters in Rothenburg zunächst zwei Rentämter des Königsreichs Bayern errichtet und im Jahr 1808 zu einem zusammengelegt.

Waren bei der Gründung nur drei Mann beschäftigt, stieg der Personalstand auf 9 Personen im Jahr 1912 und schließlich auf 25 Arbeitskräfte im Jahr 1920 an.

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Mit der Übernahme durch das Deutsche Reich am 20.04.1920 wurden die Rentämter aufgelöst, an ihre Stelle traten die Finanzämter. Die durch die Umstellung erforderliche Neuordnung der Finanzverwaltung, die Vergrößerung des Stadtgebietes, der zunehmende Fremdenverkehr und die ständig wachsende Bevölkerung führten zu einer Erweiterung der Aufgaben des Finanzamts und in der Folge zu einer Erhöhung des Personalstands und zu steigendem Raumbedarf. Die vorhandenen Räume reichten bald nicht mehr aus. Umbaupläne für das Kloster wurden aus Kostengründen verworfen, man entschied sich, neu zu bauen. 1933 kaufte die Reichsfinanzverwaltung ein Grundstück an der Oberen Bahnhofstraße, Baubeginn war im gleichen Jahr. Bereits am 17.12.1934 konnte der Neubau, in dem neben dem Finanzamt zunächst auch das Zollamt untergebracht wurde, bezogen werden.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs dienten zeitweise Teile des Gebäudes der Militärregierung zur Unterbringung der Spruchkammer und des „Amerikahauses“.

Beginnend ab August 1966 wurde auf dem Grundstück des Finanzamts ein weiteres Gebäude für das Vermessungsamt errichtet und über einen Gang mit dem Finanzamt verbunden. Verschiedene Räume des Finanzamtsgebäudes wurden nun auch von der Vermessungsverwaltung genutzt.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern ging zum 01.07.1973 die Zuständigkeit des Finanzamts Rothenburg auf das Finanzamt Ansbach über, gleichzeitig wurde in Rothenburg eine Außenstelle des Finanzamts Ansbach eingerichtet.

Bedingt durch eine Neuorganisation der Vermessungsverwaltung stand das Gebäude des Vermessungsamtes seit 2007 leer. Es wurde im Jahr 2008 baulich vom Finanzamtsgebäude getrennt, an einen privaten Investor verkauft und zu einem Gästehaus umgebaut.